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(keine) Universitätskonzerte im Sommer 2021

Liebe Konzertbesucher*innen,

die Reihe der UNIVERSITÄTSKONZERTE kann und darf vorerst bis mindestens zum 23. Juli 2021 nicht stattfinden. Solange sind keinerlei externe Veranstaltungen in der Kölner Universität möglich, da sämtliche geeigneten Räume für Präsenzlehre und Prüfungen zur Verfügung stehen müssen.
Solokünstler*innen und professionelle Ensembles, die sonst bei uns spielen, haben wir in diesem Semester daher eingeladen, statt eines Konzerts in unserer Reihe einen Beitrag zum Semester-Thema "Totentanz" zu produzieren. Auch unsere eigenen Ensembles arbeiten an verschiedenen musikalischen Werken zu diesem Themenkomplex. Ergänzen werden wir unsere musikalische Erforschung des Totentanzes (übrigens von der alten Musik bis hin zu Jazz und Pop) um Interviews mit einem Medizinhistoriker, einem Kirchenmusiker und Forschungsergebnisse der Kunstgeschichte zu bildlichen Totentanz-Darstellungen. Sie dürfen also auf eine intensive und vielseitige Auseinandersetzung mit dieser in der Zeit der Pest-Epidemien entstandenen Kunstform gespannt sein .Inwieweit sie auch unsere aktuelle Lebenswirklichkeit spiegelt, uns Momente des Innehaltens ermöglicht und uns zu einer Auseinadersetzung mit dem Thema Tod einlädt, das uns derzeit vor allem in Form der täglichen Meldung aktueller Zahlen begleitet, wird sich zeigen. Es ist uns in jedem Fall ein Anliegen, das Thema der reinen Statistik zu entreißen und auf der persönlichen Ebene greifbar zu machen.

Alle Beiträge werden zu einer Sendung zusammengefasst, die wir Ihnen voraussichtlich im Totenmonat November präsentieren werden.
Wir wünschen Ihnen alles Gute und freuen uns, wenn Sie uns auch über die Corona-Zeit als Besucher*innen erhalten bleiben!
 

Video "O Primavera" (C. Monteverdi)

Claudio Monteverdi (1567-1643) verlor im Jahr 1607 seine Frau Claudia, mit der er 13 Jahre lang verheiratet war und zwei Söhne hatte. Von diesem Verlust tief getroffen, hat der Komponist nicht wieder geheiratet. 
Bereits 1592 hatte er im Terzo Libro de Madrigal einen Text Giovanni Battista Guarinis vertont: O Primavera, gioventù de l'anno preist den Frühling als Mutter der Blumen, frischer Kräuter und neuer Liebe und setzt dagegen die Emotion des lyrischen Ichs, das trotz der Rückkehr des Frühlings die eigenen fröhlichen Tage und Hoffnungen nicht wiederkehren sieht, denn die liebenden Augen betrachten es nicht mehr. Der Text verrät nicht, ob hier nur eine Liebe vergangen ist oder das geliebte und liebende Gegenüber verstorben ist. Der Tod der Liebe oder Tod der/des Geliebten stehen aber im direkten Gegensatz zur Wiedergeburt der Natur im Frühling. 
Mitglieder des Chors der Uni Köln haben unter der Leitung von Joachim Geibel, dem musikalischen Assistenten von UMD Michael Ostrzyga, in einer Projektphase im Februar und März 2021 Monteverdis Madrigal einstudiert und in einem Splitscreen-Video umgesetzt. Die Chormitglieder haben sich entschieden, für die Umsetzung im Video in die erblühende Natur zu gehen. Dabei tragen sie jeweils ein schwarzes Accessoire, um dem Text und Inhalt auch bildlich gerecht zu werden.